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Geschichte der Waschmaschine

Das Waschen der Kleidung ist seit jeher eine beschwerliche Arbeit. Sie dient im weitesten Sinne der Reproduktion der Wäsche. Denn – so teuer heute die Anschaffung einer Waschmaschine ist, so finanziell belastend der Strom-, Wasser- und Waschmittelverbrauch auch sind: Die Waschmaschine spart bei jedem Gebrauch das Geld für die Anschaffung neuer Kleidung.

Abgesehen von der Tatsache, dass es nach wie vor angesagt ist, neue Kleidung vor dem ersten Tragen zu waschen, sofern es sich nicht um Stoffe bzw. Kleidungsstücke handelt, die der chemischen oder professionellen Reinigung bedürfen.

Das nicht maschinelle Waschen erfordert viel Ausdauer und Körperkraft. Noch heute werden in vielen Gegenden der Erde die Waschvorgänge am nahegelegenen Gewässer vollzogen.

Der grundsätzliche Vorgang dabei ist im Großen und Ganzen nicht anders, als moderne Waschmaschinen diesen auch ausführen: Die schmutzige Wäsche wird mit Wasser und Reinigungsmittel (Seife, Sand, Waschmittel) eingerieben, um dann mittels Einweichen, Spülen, Reiben (auch schlagen oder unter Verwendung eines Waschbrettes) und Ausspülen gereinigt zu werden.

Der Vorgang wird solange wiederholt und an besonders verschmutzten Stellen intensiviert, bis die Kleidung sauber ist.
Aber nicht nur die hohe körperliche Anstrengung führte zur Entwicklung der Alter Waschbottichautomatischen Waschmaschine.

Der intensiven Handwäsche waren vor allem zwei Grenzen gesetzt: Die Verwendung von sehr heißem Wasser war begrenzt und neuartige Stoffe vertrugen diese Art der Wäsche auf Dauer nicht. Dem Problem mit dem heißen Wasser begegnete man in der Art, dass man die Wäsche in einen großen Waschbottich tauchte und diesen dann über Feuer erhitzte.

Diese Arbeit war weiterhin beschwerlich und für empfindliche Stoffe nicht geeignet. Zudem wurde für das Kochwaschen oft Salz als Reinigungsmittel verwenden, was sich meistens nie ganz ausspülen ließ. Das Salz war dann auf der Haut zu spüren und sorgte für Hautrötungen.

Der vielfach interessierte und begabte Querfurter (bei Regensburg) Theologe (Superintendent) Jacob Christian Gottlieb Schäffern erfand bereits 1767 die Rührflügelmaschine und verfasste dazu auch eine Schrift: Die bequeme und höchstvorteilhafte Waschmaschine.

1858 entwickelte Hamilton Smirt eine Trommelwaschmaschine, die man im ausgehenden 19. Jh. oft auf öffentlichen Veranstaltungen, etwa Anfang April 1889 in Innsbruck, demonstrierte.

Der Siegeszug der Waschmaschine begann allerdings, wie bei vielen Haushaltsgeräten, erst mit der Nutzung der Elektrizität. Der Amerikaner Alva J. Fisher konstruierte bereits 1901 eine solche Maschine.

Der Einsatz der Elektrizität stellt nicht nur eine erhebliche Verbesserung dar, da man mit ihr das Wasser erwärmen, die Trommel drehen und die Waschprogramme steuern konnte. Es gab auch lange Zeit noch erhebliche technische Probleme, da die Nähe von Strom und Wasser sehr gefährlich ist.

Noch bis in die 70er Jahre waren häufige Störungen, die auch zur Vernichtung der Wäsche führen konnten, an der Tagesordnung. Diesbezüglich sind die heutigen Geräte weitgehend ausgereift und eher liegt es an einem Bedienungsfehler als an dem Gerät selbst, wenn Kleidung beim Waschvorgang beschädigt wird.

Bis heute unterscheiden sich die typisch amerikanischen Waschmaschinen von denen, die seit den 1950er Jahren die europäischen Haushalte eroberten. Die US-Geräte waren im Prinzip Bottiche mit vertikal angeordneter Waschtrommel. Der Vorteil lag vor allem darin, dass auf eine Beschwerung der Trommel verzichtet werden konnte.

Nicht nur dadurch waren und sind die amerikanischen Waschvollautomaten deutlich leichter. Statt selbst das Wasser zu erhitzen, sind sie an der Heißwasserleitung angeschlossen. Bei dieser Technik wirkt eine höhere Zentrifugalkraft auf die Wäsche, dagegen wird die Wirkung des Waschmittels weniger ausgenutzt.

Die Belastung für die Kleidung ist deutlich höher, weshalb sich dieses Verfahren in Europa nicht durchsetzen konnte. Darüber hinaus wird bei den amerikanischen Modellen deutlich mehr Wasser verbraucht. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts erobern die europäischen Frontladermaschinen den amerikanischen Markt.